Offener Brief: PFAS-Chemikalien auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse regulieren
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Heute haben sich neun zivilgesellschaftliche Organisationen aus den Bereichen Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz gewendet, um ihn aufzufordern, den auch von Deutschland eingereichten Vorschlag zur Beschränkung der PFAS-Chemikalien auf europäischer Ebene weiter zu unterstützen. Anlass war eine Veröffentlichung von verschiedenen Journalist*innen aus 16 europäischen Ländern. Mit dem Forever Pollution Project deckten sie die Einflussnahme von Interessengruppen der Industrie in ganz Europa auf, die darauf abzielte, die Beschränkung der PFAS-Chemikalien abzuschwächen. Die Recherche machte deutlich, mit welcher Vehemenz die Industrie vorgeht, wenn ihre Profitinteressen gefährdet sind, auch wenn dafür erhebliche Verschmutzungen mit PFAS entstehen. Die Lobbyverbände der Industrie griffen dabei auch auf irreführende und falsche Argumente, sowie Angstmacherei zurück - Taktiken, die auch von der Tabakindustrie eingesetzt werden. Zusätzlich zu dem Lobbytreiben wurden auch die immensen Kosten offengelegt, die für die Beseitigung bestehender und zukünftiger Verschmutzung durch PFAS auf die Gesellschaft zukommen.
PFAS sind eine Gruppe von über 10.000 Substanzen. Die Abkürzung steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es sind chemisch-synthetische Verbindungen, die seit den 50er Jahren produziert und genutzt werden. Die enthaltenen Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen gehören zu den stärksten chemischen Verbindungen überhaupt, weshalb PFAS unter natürlichen Bedingungen nicht zerstörbar oder abbaubar sind. Einmal in die Umwelt gelangt, reichern sie sich dort an und verschwinden nicht mehr. Neben ihrer Langlebigkeit sind sie auch Druck- und Temperatur resistent, sowie wasser-, fett- und schmutzabweisend, weshalb sie breite Anwendung finden.